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In dem ersten Jahr nach dem Tod meines Mannes habe ich mich mit dem PC beschäftigt. Ich wollte in den langen, dunklen Wintermonaten etwas zu tun haben, was mich ablenkt und was ich in den unzähligen, schlaflosen Nächten ziemlich lautlos machen konnte.

Dann entdeckte ich das Internet und ich hatte die Idee, auch eine Homepage zu erstellen. Ahnung hatte ich keine und einen entsprechenden Kursus fand ich auch nicht in meiner Nähe. Also habe ich mich einfach daran begeben und was herausgekommen ist, kann man sich auf der Seite

      http://ang.bauer.bei.t-online.de/Ang.Bauer/S_1.htm leider nicht mehr abrufbar.

anschauen.  Leider wurde diese Seite von T-online abgemeldet, so dass sie zur Zeit nicht mehr abrufbar ist. Ich habe inzwischen einen neuen Server angemietet und stelle dort diese Homepage hinein. Sie ist zwar schon dort, funktioniert aber leider noch nicht, aber ich arbeite daran.


In meinem Buch "Plötzlich ist es still" habe ich ein einschneidendes Erlebnis beschrieben, welches mich vieles in einem anderen Licht sehen lässt. Später habe ich auf der Seite www.kerstin-sell.de  dieses Bild gefunden, welches mich in meiner damaligen Verfassung angesprochen und auch aufgemuntert hat:



Mein Mann und ich liebten das Meer sehr und wir verbrachten jeden Urlaub dort.

Heute, über 10 Jahre nach dem Tod meines Mannes, kann ich diesen Satz nur bestätigen.




Der Verein

durch den Tod meines Mannes ist meine eigene Krankheit schneller als erwartet galoppiert und seit Januar 2001 bin ich Dialysepatientin. Für alle, die nicht wissen was es ist, meine Nieren funktionieren nicht mehr richtig und deshalb muss ich, regelmäßig, dreimal die Woche zur Blutwäsche.

Durch die Dialyse bin ich auf die Interessengruppe für künstl. Niere aufmerksam geworden und bin in diesen Verein eingetreten. Seit dieser Zeit arbeite ich auch im Vorstand als Schriftführerin und in der Redaktion unserer IkN-Info mit. Der Verein hat auch eine eigene Homepage und wer möchte, kann sich dort auch näher informieren, sie lautet:  www.ikn-hamburg.de

Diese Interessengruppe hat es sich als Aufgabe gestellt, für Organspende zu werben und auch aufzuklären. Ferner auch für die Qualität an der Dialyse zu kämpfen. Also Themen, die ich als Patient nur unterstützen kann und meiner Meinung nach auch muß.



Für Sie im Netz gefunden:

Das Märchen von der traurigen Traurigkeit

Es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlang kam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht, und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens.

Bei der zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen. Das Wesen, das da im Staub des Weges saß, schien fast körperlos. Es erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen. Die kleine Frau bückte sich ein wenig und fragte: "Wer bist du?" Zwei fast leblose Augen blickten müde auf.

"Ich? Ich bin die Traurigkeit", flüsterte die Stimme stockend und so leise, daß sie kaum zu hören war. "Ach, die Traurigkeit!" rief die kleine Frau erfreut aus, als würde sie eine alte Bekannte begrüßen. "Du kennst mich?" fragte die Traurigkeit misstrauisch. "Natürlich kenne ich dich! Immer wieder einmal hast du mich ein Stück des Weges begleitet." "Ja, aber..." argwöhnte die Traurigkeit, "warum flüchtest du den nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?"

"Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weißt doch selbst nur zu gut, daß du jeden Flüchtigen einholst. Aber was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?" "Ich...ich bin traurig", antwortete die graue Gestalt mit brüchiger Stimme. Die kleine, alte Frau setzte sich zu ihr. Traurig bist du also", sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf, "erzähl mir doch, was dich so bedrückt."

Die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht. "Ach weißt du", begann sie zögernd und äußerst verwundert, "es ist so, daß mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest." Die Traurigkeit schluckte schwer.

"Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: Papperlapapp, das Leben ist heiter. Und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot. Sie sagen: Gelobt sei, was hart macht. Und dann bekommen sie Herzschmerzen. Sie sagen: man muss sich nur zusammenreißen. Und sie spüren das Reißen in den Schultern und im Rücken. Sie sagen: Nur Schwächlinge weinen. Und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe. Oder sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen müssen.

" "Oh, ja", bestätigte die alte Frau, "solche Menschen sind mit schon oft begegnet." Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen. "Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist, hat eine besonders dünne Haut. Manches Leid bricht wieder auf, wie eine schlecht verheilte Wunde, und das tut sehr weh. Aber nur, wer die Trauer zulässt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden wirklich heilen.

Doch die Menschen wollen gar nicht, daß ich ihnen dabei helfe. Stattdessen schminken sie sich ein grelles Lachen über ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit zu." Die Traurigkeit schwieg. Ihr Weinen war erst schwach, dann stärker und schließlich ganz verzweifelt. Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfühlt, dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel.

"Weine nur, Traurigkeit", flüsterte sie liebevoll, "ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern: Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr an Macht gewinnt. Die Traurigkeit hörte auf zu weinen. Sie richtete sich af und betrachtete erstaunt ihre neue Gefährtin. "Aber ... aber ... wer bist eigentlich du?"

"Ich?" sagte die kleine, alte Frau schmunzelnd, und dann lächelte sie wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen. "Ich bin die Hoffnung."

von Inge Wuthe